Zeichen der Aussöhnung
Sächsische Handwerker renovieren Wohnungen von Holocaust-Überlebenden in Israel
In Israel leben derzeit noch etwa 180.000 Überlebende des Holocaust. Viele von ihnen haben ihre gesamte Familie verloren und sind im Alter einsam und auf sich alleine gestellt. Außerdem lebt die Hälfte dieser alten Menschen unter dem Existenzminimum. Die Handwerkergruppen der Sächsischen Israelfreunde leisten hier praktische Hilfe. Da die Wohnungen vieler dieser Menschen dringend Renovierung oder altersgerechte Umbauten benötigen, reisen jedes Jahr Gruppen von Elektrikern, Maurern, Malern, Fliesenlegern und Installateuren nach Israel, um dort kostenlos Wohnungen zu renovieren oder soziale Einrichtungen baulich auf Vordermann zu bringen.
Handwerker reisen seit 2004 nach Israel
RWE Companius unterstützt die Arbeit der Handwerker im Frühjahr 2011 und zeichnet diese als Projekt des Monats im März aus. Der Verein Sächsische Israelfreunde besteht seit gut zehn Jahren und hat seinen Sitz in Rossau. Matthias Krones von der enviaM hat den Antrag für das Projekt gestellt. Er war selbst im letzten Jahr vor Ort und wird auch im Herbst dieses Jahres wieder nach Israel fahren. Er freut sich über die Förderung von RWE Companius: „Seit 2004 organsiert der Verein die Handwerkerreisen nach Israel. Für die Handwerker sind diese Reisen und Kontakte eine sehr emotionale und bereichernde Erfahrung. Oft treffen sie auf Menschen, die nie wieder ein deutsches Wort sprechen wollten. Nach der Bekanntschaft mit den Sachsen sagen sie: `Dank euch sprechen wir wieder deutsch.`
Nachhaltige Verbindungen
Die handwerkliche Arbeit ist genauso wichtig, wie die Freundschaften, die dadurch entstehen. Zuhören, reden, sich Zeit für die alten Menschen nehmen – oft übernehmen die mitreisenden Frauen die Rolle der Gesprächspartner, lassen sich vorsingen, schauen Fotos an oder putzen die Wohnung, während die Männer Bäder und Böden renovieren. Die alten Menschen sind dankbar und freuen sich über die Hilfe. Eine Arbeit, die nachhaltig ist – individuell, aber auch, wenn es um die Versöhnung von Deutschen gegenüber dem jüdischen Volk geht.





