Wo sich Eule und Fledermaus gute Nacht sagen

Die Bewohner des Ortes Plessa in der Lausitz haben eine ganz besondere Beziehung zu ihrer Trafostation. Mit der Errichtung in den 1930er Jahren, hatten die Plessaer erstmals Zugang zum Stromnetz und waren gleich so überwältigt, dass Sie für Familienfotos vor dem kargen Ziegelturm posierten. So stieß auch Daniel Leuschner von der enviaM in seinem Familienalbum immer wieder auf die Trafostation: „Heute ist es kaum noch vorstellbar, aber in der damaligen Zeit war es eine der höchsten technischen Errungenschaften für unseren Ort, auf die die Bürger richtig stolz waren.“ Er sollte dem Gebäude auch weiterhin verbunden bleiben.

Ein Winterquartier für Eulen und Fledermäuse

Als das Stromnetz vor einigen Jahren modernisiert wurde, hatte die Trafostation ausgedient – zur Freude zahlreicher Fledermäuse und Eulen. Der örtliche Naturschutzbund richtete den Tieren in dem Gebäude ein provisorisches Winterquartier ein. Dabei sollte es aber nicht bleiben. „Ich erfuhr zufällig, dass der NABU einen umfangreichen Umbau der Station zum Nistplatz plante und bot, als Ortsansässiger, sofort meine Hilfe an“, sagt Daniel Leuschner. Seit Schrottdiebe eine Metalltür und sämtliche Fensterrahmen entwendeten, wurde es für die nachtaktiven Tiere zunehmend ungemütlicher. Höchste Zeit zu handeln.

Ein Einblick in die heimische Tierwelt

Bereits im Oktober begannen Leuschner und die Mitarbeiter des NABU mit den dringendsten Sanierungsarbeiten. „Dabei galt es natürlich, die Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Tiere zu berücksichtigen“, erzählt Daniel Leuschner. „So bekam ich auch einen interessanten Einblick in die heimische Tierwelt“. Den wollte sich auch seine Tochter Emilia nicht entgehen lassen. Sie half mit großer Begeisterung bei der Montage des Eulenkastens.

Für das kommende Jahr sind noch weitere Maßnahmen geplant, wie der Bau eines Insektenhotels und weiterer Brutmöglichkeiten für Vögel. Auch die äußere Erscheinung des alten Mauerwerks soll wieder ansehnlich hergerichtet werden. Wenn alles wie geplant läuft, so ist sich Daniel Leuschner sicher, können die Plessaer auch in Zukunft wieder stolz auf ihre alte Trafostation sein.