Der Don Quijote von Schönewalde
Nicht nur Liebhaber großer Weltliteratur wissen, dass der sprichwörtliche Kampf mit den Windmühlen in der Regel aussichtslos ist. Dass dies nicht immer der Fall sein muss, beweist Roland Gefreiter. In einem kurios erscheinenden Projekt hat der Mitarbeiter der EnviaM nun eine gut 200 Jahre alte Paltrockmühle für sein Dorf erworben. Die Mühle soll nach der Restauration für Schulprojekte genutzt werden. Lesen Sie mehr über unser RWE COMPANiUS Projekt des Monats August:
Kontrast von alter zu neuer Technik
Die Nutzung der Windkraft hat im Spreewald eine lange Tradition, nicht erst seit moderne Windkraftanlagen hier Strom erzeugen. Auch in und um Schönewalde sind die Windparks weithin sichtbar und prägen das Landschaftsbild. Im Jahr 2009 gründete die Dorfgemeinschaft hier einen Windmühlenverein. „Wir haben uns damals zum Ziel gesetzt eine historische Windmühle für unser Dorf zu erwerben und zu restaurieren, um einen Kontrast zwischen alter und neuer Technik abzubilden“, erzählt Roland Gefreiter, der den Verein seit der Gründung führt.
Auf der Suche nach einer passenden Mühle
Fündig wurden die 30 Vereinsmitglieder im gut zehn Kilometer entfernten Neuerstadt. Hier moderte eine für die Gegend typische Paltrockmühle aus dem Jahre 1803 nichtsmühlend vor sich hin. Von der Idee bis zur Umsetzung war es jedoch ein steiniger Weg, denn mit der Verkaufszusage des Eigentümers fing der Kampf gegen die Windmühlen der Bürokratie erst richtig an. „Die Mühle steht knapp hinter der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Das sorgte für erhebliche Probleme mit der Denkmalbehörde Sachsen-Anhalts und kostete uns viel Zeit und Überzeugungsarbeit“, erläutert Roland Gefreiter.
Nutzung für Schulprojekte
Allen Widerständen zum trotz darf die Mühle nun doch umziehen. Roland Gefreiter ist zuversichtlich, dass es jetzt endlich richtig los geht: „Wir möchten noch in diesem Jahr mit dem fachgerechten Abbau und der Einlagerung beginnen.“ Das ambitionierte Ziel ist, die Mühle in den nächsten Jahren komplett zu restaurieren und neben der Dorfschule neu zu errichten. Sobald sich die Flügel wieder drehen, soll die alte Mühle dann nicht nur zum neuen Wahrzeichen Schönewaldes werden, sondern auch intensiv für Schulprojekte genutzt werden. „Die Kinder werden dann den Weg vom Korn bis zum Brot hautnah nachvollziehen können“, freut sich Roland Gefreiter. Für ihn hat sich der Kampf mit der Windmühle bereits gelohnt.





